Einblicke in die Welt der Fotografie: Ein Interview mit Joachim Koch aus Magdeburg

Einblicke in die Welt der Fotografie: Ein Interview mit Joachim Koch aus Magdeburg

Frank Burger: Guten Tag, Herr Koch. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben. Können Sie uns zunächst ein wenig über sich selbst erzählen?

Joachim Koch: Guten Tag! Es freut mich sehr, hier zu sein. Ich bin Joachim Koch, geboren und aufgewachsen in Magdeburg. Seit über 20 Jahren bin ich leidenschaftlicher Fotograf. Mein Hauptfokus liegt auf Landschafts- und Architekturfotografie, obwohl ich mich auch in anderen Bereichen versuche.

Frank Burger: Was hat Ihr Interesse an der Fotografie geweckt?

Joachim Koch: Als Kind war ich fasziniert von den alten Fotoalben meiner Eltern und Großeltern. Die Geschichten, die diese Bilder erzählten, haben mich tief beeindruckt. Mit 16 Jahren habe ich dann meine erste Kamera bekommen und angefangen, die Welt durch den Sucher zu erkunden.

Frank Burger: Welche Kamera war das und wie hat sie Ihre Arbeit beeinflusst?

Joachim Koch: Es war eine alte Praktica MTL5, ein echtes Schwergewicht im Vergleich zu heutigen Kameras. Sie hat mir die Grundlagen der Fotografie beigebracht, und die manuelle Bedienung hat mein Verständnis für Licht und Komposition geschärft.

Frank Burger: Sie erwähnten, dass Sie sich auf Landschafts- und Architekturfotografie spezialisieren. Was fasziniert Sie an diesen Genres?

Joachim Koch: Landschaften und Architektur bieten eine Vielzahl von Herausforderungen und Möglichkeiten. Die Schönheit und Ruhe der Natur zu erfassen, ist unglaublich befriedigend. Architektur hingegen ermöglicht es mir, die Kreativität und den Einfallsreichtum der Menschen zu dokumentieren.

Frank Burger: Gibt es bestimmte Orte oder Gebäude, die Sie besonders gerne fotografieren?

Joachim Koch: In der Tat! Der Harz und die Altstadt von Magdeburg sind einige meiner Lieblingsmotive. Besonders der Dom zu Magdeburg hat es mir angetan. Jede Jahreszeit bringt neue Perspektiven und Lichtstimmungen.

Frank Burger: Wie wählen Sie die Motive für Ihre Fotografie aus?

Joachim Koch: Es ist eine Kombination aus Planung und Intuition. Ich recherchiere viel und besuche die Orte oft mehrfach, um das perfekte Licht zu finden. Manchmal stolpere ich aber auch einfach über ein Motiv, das mich spontan inspiriert.

Frank Burger: Wie wichtig ist für Sie die Nachbearbeitung Ihrer Fotos?

Joachim Koch: Sehr wichtig. Die Nachbearbeitung erlaubt es mir, meine kreative Vision zu verwirklichen und die Stimmung, die ich während der Aufnahme empfand, zu verstärken. Dabei versuche ich jedoch immer, die Natürlichkeit des Bildes zu bewahren.

Frank Burger: Welche Software verwenden Sie für die Nachbearbeitung?

Joachim Koch: Hauptsächlich Adobe Lightroom und Photoshop. Sie bieten eine breite Palette an Werkzeugen, die mir helfen, das Beste aus meinen Bildern herauszuholen.

Frank Burger: Haben Sie Vorbilder in der Fotografie, die Sie inspiriert haben?

Joachim Koch: Ja, Ansel Adams und Andreas Gursky sind zwei meiner größten Vorbilder. Ihre Arbeiten sind sowohl technisch brillant als auch künstlerisch inspirierend.

Frank Burger: Was war Ihr bisher größtes fotografisches Projekt?

Joachim Koch: Das war eine Dokumentation der architektonischen Veränderungen in Magdeburg nach der Wiedervereinigung. Über mehrere Jahre habe ich die Entwicklung der Stadt festgehalten und dabei viele interessante Geschichten entdeckt.

Frank Burger: Wie sehen Sie die Zukunft der Fotografie in der digitalen Ära?

Joachim Koch: Die digitale Fotografie bietet unendliche Möglichkeiten und Herausforderungen. Während die Technologie weiter fortschreitet, bleibt die Essenz der Fotografie – das Erzählen von Geschichten – unverändert. Die Herausforderung besteht darin, sich in der Flut der Bilder abzuheben.

Frank Burger: Welche Rolle spielen soziale Medien in Ihrem beruflichen Leben?

Joachim Koch: Sie sind ein wichtiges Werkzeug, um meine Arbeit zu teilen und ein breiteres Publikum zu erreichen. Plattformen wie Instagram ermöglichen es mir, direktes Feedback zu erhalten und mich mit anderen Fotografen auszutauschen.

Frank Burger: Was ist der wichtigste Ratschlag, den Sie einem angehenden Fotografen geben würden?

Joachim Koch: Bleiben Sie neugierig und experimentierfreudig. Lernen Sie die technischen Grundlagen, aber lassen Sie sich nicht davon einschränken. Die besten Bilder entstehen oft aus dem Bauch heraus.

Frank Burger: Haben Sie jemals eine kreative Blockade erlebt, und wie sind Sie damit umgegangen?

Joachim Koch: Ja, kreative Blockaden sind unvermeidlich. In solchen Zeiten nehme ich mir eine Auszeit, besuche Ausstellungen oder lese Bücher. Oft hilft es auch, einfach eine neue Perspektive einzunehmen und etwas völlig Neues auszuprobieren.

Frank Burger: Wie beeinflusst Ihr Wohnort Magdeburg Ihre Arbeit?

Joachim Koch: Magdeburg bietet eine einzigartige Mischung aus Geschichte und Moderne, was es zu einem faszinierenden Ort für Fotografen macht. Die Stadt und ihre Umgebung sind eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.

Frank Burger: Was war das ungewöhnlichste Motiv, das Sie je fotografiert haben?

Joachim Koch: Ein verlassener Vergnügungspark am Stadtrand von Magdeburg. Die verfallenen Fahrgeschäfte und überwucherten Wege boten eine surreale und zugleich melancholische Kulisse.

Frank Burger: Arbeiten Sie lieber alleine oder im Team?

Joachim Koch: Meistens arbeite ich alleine, da es mir erlaubt, mich voll und ganz auf meine Vision zu konzentrieren. Bei größeren Projekten oder Aufträgen ist Teamarbeit jedoch unerlässlich.

Frank Burger: Wie gehen Sie mit Kritik an Ihrer Arbeit um?

Joachim Koch: Konstruktive Kritik ist wichtig und hilft mir, mich weiterzuentwickeln. Es ist wichtig, offen für Feedback zu sein und daraus zu lernen, ohne dabei die eigene kreative Stimme zu verlieren.

Frank Burger: Welche Rolle spielt Licht in Ihrer Fotografie?

Joachim Koch: Licht ist alles. Es definiert Formen, schafft Stimmungen und kann ein Bild völlig verändern. Das richtige Licht zu finden, ist oft der Schlüssel zu einem gelungenen Foto.

Frank Burger: Haben Sie eine Lieblingszeit zum Fotografieren?

Joachim Koch: Ja, die goldene Stunde kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang bietet das schönste Licht. Auch die blaue Stunde, die Dämmerung, hat ihren besonderen Reiz.

Frank Burger: Welche Bedeutung hat Schwarz-Weiß-Fotografie für Sie?

Joachim Koch: Schwarz-Weiß-Fotografie reduziert ein Bild auf seine Essenz und betont Formen, Texturen und Kontraste. Sie hat eine zeitlose Qualität, die ich sehr schätze.

Frank Burger: Wie halten Sie sich über neue Trends und Techniken in der Fotografie auf dem Laufenden?

Joachim Koch: Durch Fachzeitschriften, Online-Communities und Workshops. Der Austausch mit anderen Fotografen ist ebenfalls eine wichtige Quelle der Inspiration und Information.

Frank Burger: Was war die größte Herausforderung in Ihrer Karriere?

Joachim Koch: Die Umstellung von analoger auf digitale Fotografie. Es war ein großer Lernprozess, aber letztendlich hat es mir neue kreative Möglichkeiten eröffnet.

Frank Burger: Was ist Ihr nächstes großes Projekt?

Joachim Koch: Ich plane eine Fotoreise entlang der alten Seidenstraße, um die Vielfalt der Kulturen und Landschaften festzuhalten. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, auf das ich mich sehr freue.

Frank Burger: Wie wichtig ist Ihnen die Verbindung zu den Menschen, die Sie fotografieren?

Joachim Koch: Sehr wichtig. Ein gutes Porträt entsteht durch Vertrauen und Verständnis. Ich versuche immer, eine Verbindung zu meinen Motiven aufzubauen, um ihre Persönlichkeit authentisch einzufangen.

Frank Burger: Welche Kameraausrüstung benutzen Sie derzeit?

Joachim Koch: Zurzeit arbeite ich hauptsächlich mit einer Nikon Z7 II und einer Sony A7R IV. Beide Kameras bieten hervorragende Bildqualität und Flexibilität.

Frank Burger: Wie organisieren Sie Ihre Fotos und Projekte?

Joachim Koch: Eine gute Organisation ist entscheidend. Ich nutze Adobe Lightroom zur Katalogisierung und Backups auf mehreren Festplatten, um meine Arbeit zu sichern.

Frank Burger: Was motiviert Sie, weiterhin zu fotografieren?

Joachim Koch: Die unendliche Vielfalt der Welt und die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, die andere berühren und inspirieren. Fotografie ist für mich mehr als ein Beruf, sie ist eine Leidenschaft.

Frank Burger: Vielen Dank, Herr Koch, für dieses ausführliche und inspirierende Interview. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren zukünftigen Projekten!

Joachim Koch: Vielen Dank! Es war mir eine Freude, über meine Arbeit zu sprechen.

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